Drucken     Schließen
 

Joint Venture: Das Sokoto Noma Projekt

 

„Noma“ ist die Bezeichnung für schwerste Gesichtsdefekte, die durch eine bakterielle Mischinfektion verursacht werden. Betroffen sind vor allem kleine Kinder in den sogenannten Entwicklungsländern, die aufgrund ihrer Armut und ihrer Lebensumstände nicht genügend Abwehrkräfte produzieren können. Mit Antibiotika könnte die Infektion eingedämmt werden, doch es fehlt nicht nur an Medikamenten, sondern auch an Aufklärung. Am Anfang hatten wir alle eines gemeinsam: Wir waren zutiefst geschockt, als wir das erste Mal mit diesen schwer versehrten Noma-Kindern konfrontiert wurden. Seitdem konnten wir das, was wir gesehen haben, nicht mehr ignorieren.

Die Sokoto-Initiative wurde 1995 durch die AWD-Stiftung Kinderhilfe ins Leben gerufen. Das Noma-Projekt in Sokoto ist gegenwärtig das größte und wichtigste Projekt der AWD-Stiftung Kinderhilfe und befasst sich mit der chirurgischen Rehabilitation der Opfer. Allerdings wäre die Realisierung dieses Projektes nicht ohne die Unterstützung und die Mitarbeit anderer Organisationen möglich gewesen, die sich zum Teil auf Noma spezialisiert haben: Die Dutch Noma Foundation wurde der erste Kooperationspartner der AWD-Stiftung Kinderhilfe, nachdem deutsche und holländischen Chirurgen, Anästhesisten und OP-Schwestern 1996 den ersten gemeinsamen Team-Einsatz in Nigeria durchgeführt hatten. Die Stiftung wurde 1997 registriert. Sie unterstützt und initialisiert Projekte und Forschungsvorhaben, die langfristig zur Prävention und zur Heilung von Noma beitragen sollen. Kampagnen, Vorträge und Fundraising-Aktivitäten bilden die finanzielle Grundlage für den Kampf gegen Noma. Die DNF zielt zum einen auf Prävention und zum anderen auf die Behandlung der Noma-Opfer ab. Im Zusammenhang mit der chirurgischen Behandlung der Noma-Opfer vertraut die Dutch Noma Foundation auf die enge Zusammenarbeit mit den Mitgliedern von Interplast.

Interplast ist eine internationale Verbindung von erfahrenen Plastischen Chirurgen, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen und Anästhesisten mit Sektionen in zahlreichen Ländern Europas und in den USA. Interplast bietet kostenlose ärztliche Behandlung für Patienten mit angeborenen und erworbenen Defekten sowie Gesichtsmissbildungen in Entwicklungsländern an (Lippen-Kiefer-, Gaumenspalten schwere Verbrennungsnarben, Tumore, Defekte durch Unfälle oder Kriegsfolgen). Interplast-Mitglieder arbeiten weltweit unter extrem schwierigen Bedingungen. Da die plastisch-chirurgische Behandlung von Noma als eine enorme Herausforderung betrachtet wird, ist die freiwillige Teilnahme dieser engagierten und sehr erfahrenen Chirurgen, Anästhesisten und Op-Schwestern an den Team-Missionen ein unentbehrlicher Bestandteil des Noma-Projektes in Sokoto.

Facing Africa ist im Jahr 2000 in das Projekt eingestiegen. Die britische Charity wurde 1998 von Chris und Terry Lawrence und Dr. Allan Thom gegründet. Sie hörten von der schrecklichen Situation der Kinder, die unter Noma leiden und entschieden, im Kampf gegen Noma zu helfen. Sie forschten nach, sprachen mit Dutzenden von Leuten. Aber es war mühsam, ausführliche Informationen und Antworten zu erhalten. Sollten sie versuchen, einzelne Noma-Opfer zu finden und für komplizierte Gesichtsoperationen Monate lang nach England zu holen, oder sollten sie versuchen, ein Team von den Freiwilligen zu bilden, um die Kinder in ihrer Heimat behandeln zu lassen? Nach langen Überlegungen wurde festgestellt, dass es weitaus sinnvoller ist, medizinische Teameinsätze an einem ausgewählten Standort in Afrika zu unterstützen. So wurde entschieden, dass Facing Africa mit der Dutch Noma Foundation, der AWD-Stiftung Kinderhilfe und Interplast zusammenarbeiten und an den Hilfseinsätzen in Sokoto teilnehmen wird.

Alle wichtigen Informationen zum Projekt können Sie hier downloaden:

PDF

The surgical treatment of noma (1918 Kb, PDF)

Kurt Bos, Klaas Marck