Soziale Unterstützung
Jedes Jahr veröffentlicht das Hilfswerk der Vereinten Nationen seinen Bericht zur Situation der Kinder und lenkt unseren Blick auf mehrere hundert Millionen von gefährdeten Kindern auf dieser Erde. Wir hören und lesen von extremer Armut, ungleicher Verteilung des Wohlstands, vom Versagen von Regierungen, bewaffneten Konflikten und weltweiten Epidemien.
Datenreporte und Statistiken über Säuglingssterblichkeit, Straßenkinder, arbeitende Kinder, Opfer von Menschenhandel, Flüchtlinge, Kinder ethnischer Minderheiten oder AIDS-Waisen klingen wie Berichte eines täglichen Scheiterns.
Auch in den meisten Industrienationen wächst der Anteil der Kinder, die in Armut leben, drastisch an. In Deutschland wird inzwischen eine historisch neue Dimension erreicht. Auch wenn hier sicherlich eine ganz andere Definition von Armut greift, so fallen doch auch in unseren reichen Gesellschaften arme Kinder durch viele Raster. Auch hier macht Armut Kinder krank. Gleichzeitig klafft die Schere zwischen armen und reichen Kindern immer weiter auseinander.
Die soziale Lage vieler Kinder, die als arm eingestuft werden, lässt sich im Stiftungsalltag wie folgt umschreiben: soziale Ausgrenzung zum Beispiel durch den notwendigen Verzicht auf Klassenfahrten sowie Sport- und Freizeitangebote, mangelhafte Ernährung und in der Folge gesundheitliche Probleme, schlechtere Bildungschancen und geringere Chance auf Ausbildungsplätze. Besonders betroffen sind Kinder von Migrantenfamilien und Kinder alleinerziehender Elternteile.
Die AWD-Stiftung Kinderhilfe kümmert sich in der gesamten Bundesrepublik um viele dieser Kinder, die am Rande des Existenzminimums leben müssen – und gerät dabei nicht selten an ihre Grenzen: Neben dem Mangel an materiellen Dingen fehlt es oft an Zuwendung, Erziehung und Bildung. Bei Kindern ausländischer Eltern kommen Sprachprobleme hinzu. Sie leben häufiger in beengten Wohnverhältnissen, in vernachlässigten Stadtteilen mit unzureichenden sozialen Angeboten. Seit der Einführung von Hartz IV sind bisherige Beihilfen für Schülerfahrkarten, Schulbücher, Erstausstattung zur Einschulung oder Weihnachtsbeihilfe ausnahmslos gestrichen. So erreicht uns eine täglich wachsende Hilfegesuchen von Familien, die oftmals sehr verzweifelt sind. In den letzten Jahren konnten wir Kindern aus Hunderten von Familien helfen und auf diese Weise dazu beitragen, ihre Lebenswelt ein wenig zu verbessern.
Hier einige Beispiele:

Eine Statistik über die Zahl der von Hunger betroffenen Kinder gibt es nicht, da es sich häufig um versteckte Armut handelt und die Kinder aus vielerlei Gründen versuchen, ihre Situation zu verbergen.
So hat die Stiftung immer wieder Institutionen unterstützt, die alternative und unbürokratische Versorgungsmöglichkeiten für die betroffenen Kinder und Jugendlichen geschaffen haben, indem sie beispielsweise Schulen mit Nahrungsmitteln beliefern. Die Mahlzeiten werden hier grundsätzlich an alle Schüler ausgegeben, um die Ausgrenzung der Betroffenen zu verhindern. Eltern nicht bedürftiger Kinder entrichten dafür kleinere Beträge, Eltern von bedürftigen Kindern zahlen nichts. Kein Kind weiß von dem anderen, ob dessen Essen bezahlt wurde oder nicht.
In fast allen größeren Städten gibt es inzwischen Anlaufstellen für Kinder ganzer Stadtteile, die vor allem für Kinder von Obdachlosen und sogenannte Straßenkinder offen stehen und neben Betreuungs- und Integrationsangeboten mit Hilfe der AWD-Stiftung auch kostenlose warme Mahlzeiten anbieten.

Die AWD-Stiftung Kinderhilfe versucht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen. So wurden in den letzten Jahren Ferienmaßnahmen für Hunderte von deutschen Kindern ermöglicht, die ansonsten nicht aus ihrem in der Regel ohnehin schon problematischen Umfeld herausgekommen wären.
Ganz besonders betroffen sind natürlich Kinder von Familien, die unter Kriegen, Katastrophen oder ganz schlicht und einfach unter kaum mehr beschreibbarer Armut leiden. Für diese Kinder fühlt sich die AWD-Stiftung Kinderhilfe besonders verantwortlich. Daher wurde beispielsweise unzähligen Kindern aus Rumänien, aus Bosnien oder aus der Tschernobyl-Region in Kooperation mit anderen Hilfsorganisationen ein Erholungsaufenthalt ermöglicht, der zumindest für kurze Zeit ihre seelische und körperliche Verfassung stabilisierte.

Therapiegeräte und Hilfsmittel


Die AWD-Stiftung Kinderhilfe bemüht sich, jeden Fall - nach entsprechender Prüfung - schnell und unbürokratisch zu bearbeiten. Oft reicht schon ein Gespräch mit dem zuständigen Sozialamt oder der Krankenkasse, und der betreffenden Familie kann geholfen werden. In anderen Fällen hat der Hinweis auf vergleichbare Institutionen die notwendige Hilfeleistung zur Folge gehabt.


